China Erdbeben, Sichuan: Lieder im Unglück - musikalische Metaebene in der Berichterstattung
Die Erdbebenkatastrophe vom 12.05.2008 mit hunderten schweren Nachbeben in Sichuan und Umgebung bewegt die Menschen in China sehr, nicht zuletzt Dank der offenen, direkten und freimütigen Berichterstattung in den chinesischen Medien und des sofortigen, beherzten und konsequenten Eingreifens zehntausender HelferInnen auf Veranlassung der chinesischen Regierung.
Nach jeder Katastrophe kristallisieren sich Lieder heraus, die im Mediendiskurs zum Ereignis eine zentrale Rolle spielen. Nach drei Wochen der Beobachtung vor Ort in China lassen sich mindestens drei zentrale Lieder ausmachen, die eine musikalische Metaebene in der Berichterstattung im chinesischen TV und Radio konstituieren. Die beiden ersten Lieder versinnbildlichen treffend einerseits das Empfinden der Menschen und ihre Befindlichkeit, andererseits ihren Willen und ihr Engagement in Text und Melodie, weswegen es auch nicht weiter verwunderlich ist, daß die beiden Songs immer wieder in verschiedensten Variationen zu hören sind. Ein drittes läßt sich dem Kanon hinzufügen, es wurde unter Anregung von Jackie Chan mit etlichen chinesischen Stars zum Spenden sammeln eingespielt (Chinesische Stars singen fuer Erdbebenhilfe). Bemerkenswert scheint mir noch zu sein, daß alle drei Lieder im Original aus den 1980er Jahren stammen:
- Lied 1: “Rang Shi Jie Chong Man Ai” - Wish The World Full Of Love - Wünsch die Welt voll mit Liebe
- Lied 2: “Ai De Feng Xian” - The Offer Of Love - Die Gabe, das Geschenk der Liebe
- Lied 3: Chinesische Stars singen fuer Erdbebenhilfe
Fotoreport: Earthquake in China - Beijing nach dem Erdbeben
- Fotos im Fotoreport: Earthquake in China - Beijing nach dem Erdbeben
中国 : 地动 - 国丧 - 北京 - China: Erdbeben in Sichuan, Staatstrauer vom 19.05. bis 21.05.2008, Flaggen auf Halbmast - Earthquake in Sichuan, national mourning, ensign on half-mast.
Einige Fotos aus Beijing (Peking) von den Tagen nach der Erdbebenkatastrophe in Sichuan vom 12.05.2008.
[ds]
Staatstrauer in China für die Erdbeben-Opfer
Dirk Schneider berichtet in seinem Blog und hier direkt aus China:
Am heutigen Montag um 14:28 Uhr stand China still, genau eine Woche nach dem Erdbeben in Sichuan, ueberall hielten die Menschen fuer Minuten inne und gedachten der zehntausenden von Toten der Erdbebenkatastrophe. Ueber die unzaehligen Lautsprecher, die vielerorts in Peking zu finden sind, war Sirenengeheul und eine Geraeuschkulisse zu hoeren, die mich an die Tonspur eines Films aus dem zweiten Weltkrieg ueber einen Luftangriff erinnerte. Drei Minuten dauerte die “Schweigeminute”, die Teil der dreitaegigen Staatstrauer ist, weswegen auch alle Staatsflaggen auf Halbmast gehisst sind.
(mehr…)
Spenden für die Erdbeben-Opfer in China

via www.xinhua.de und CRI-Online
“Liebe Freunde aus aller Welt!
Am 12.05.2008 gab es im Kreis Wenchuan in der chinesischen Provinz Sichuan ein starkes Erdbeben mit einer Stärke von 7,8 auf der Richter-Skala. Es handelt sich dabei um eine unbeschreibliche, äußerst schwere Naturkatastrophe. Tausende Menschen starben (bislang geht man von mindesten 20.000 Todesopfern aus), Kinder veloren ihre Eltern, Eltern verloren ihre Kinder, es gibt Schäden in Millionenhöhe.
Die Chinesische Soong Ching Ling-Stifung und das Chinesische Rote Kreuz rufen daher gemeinsam die Internetbesucher aus aller Welt dazu auf, mit einer Spende den Menschen in den geschädigten Gebieten Ihre Liebe und Barmherzigkeit auszudrücken, damit die Katastrophenopfer Ihr Mitgefühl spüren können. Sie können auf folgendem Weg die Erdbebenopfer finanziell unterstützen:”
China: Beijing Public Viewing - Bus-Fernsehen
Dirk Schneider berichtet in seinem Blog und hier direkt aus China:
Damit die Menschen auch waehrend der meist doch recht langen Fahrten im Bus z.B. zur Arbeitsstelle nicht auf Liveberichte von Olympia 2008 verzichten muessen, wurden in Peking alle oeffentlichen Verkehrsmittel, Busse und U-Bahnen, fuer die Olympischen Spiele mit kleinen TV-Flachbildschirmen ausgeruestet, auf denen Satelliten-TV zu sehen ist (bisher Nachrichten, Musik, Stadt-Infos und Werbung diverser staatlicher TV-Sender). Gerade bei laengeren Busfahrten eine willkommene Abwechslung, und auch gut fuer die, die keinen Fernseher besitzen. Momentan ist natuerlich die Berichterstattung ueber die Erdbebenkatastrophe in Sichuan zentraler Inhalt des Bus-TV.
Dauerhafte Grossbildschirme sind uebrigens auch verteilt in Beijing zu finden, die als Werbeflaeche dienen, auf denen aber auch Nachrichten zu sehen sind.
China Erdbeben - riesige Hilfsbereitschaft der Bevölkerung
Dirk Schneider berichtet in seinem Blog und hier direkt aus China:
Am Tag zwei nach der furchtbaren Erdbebenkatastrophe in Sichuan (Yingxiu) wird das Ausmass an Tod und Verwuestung immer offensichtlicher, gleichzeitig entwickelt sich eine Welle der Hilfsbereitschaft in der chinesischen Bevoelkerung. Das erinnert mich an die Reaktionen bei den verheerenden Flutkatastrophen in der Vergangenheit.

(mehr…)
12.05. China um 14:28 Uhr - Schweres Erdbeben in Sichuan
Dirk Schneider berichtet in seinem Blog und hier direkt aus China:
Am heutigen Montag, den 12.05.2008, erschütterte in Wenchuan (China) um 14.28 Uhr Ortszeit ein schweres Erdbeben die Provinz Sichuan mit einer Stärke von min. 7,8 auf der sog. Richter-Skala. In ersten Meldungen sind schon über 5.000 Tote und zehntausende Verletzte zu beklagen, es wird aber davon ausgegangen, daß die schlimmen Verwüstungen weit mehr Opfer (zehntausende Tote) fordern werden.
Selbst in Peking verursachte das Beben spürbare Erschütterungen, so daß z.B. die Wolkenkratzer evakuiert werden mußten und stellenweise der Verkehr zum Erliegen kam. Wir waren zu dieser Zeit gerade unterwegs und gingen von einem normalen Verkehrschaos aus, haben das Beben selbst nicht bewußt wahrgenommen (die Erschütterungen dem Straßenbelag zugeschrieben), waren aber um so geschockter, als wir die Nachrichten mit den ersten Bildern sahen.
Fotoreport: Ostermarsch 2008
- Fotos im Fotoreport: Ostermarsch 2008 in Frankfurt a.M.
50 Jahre nach dem ersten Ostermarsch (London - Aldermaston 1958) gab es auch 2008 allein in Deutschland mehr als 80 Veranstaltungen, wenngleich nicht mit hunderttausenden TeilnehmerInnen wie noch in den 1980er Jahren, doch immerhin mit etlichen zehntausenden Menschen, die den stellenweise widrigen Wetterbedingungen trotzten (in Frankfurt gar mit Schneetreiben).
Während der “Krieg gegen Terror” mit hunderttausenden Opfern in militärischen Sackgassen feststeckt (z.B. im Irak und Afghanistan), machte die Friedensbewegung viele konkrete Vorschläge für politische Initiativen und zivile Konfliktbearbeitungen. Weitere Themen waren auch Atomwaffen (von denen z.B. noch immer welche in Deutschland lagern), die Militarisierung im Innern und die sog. “Sicherheitsgesetze”.
- Links zum Thema
- Netzwerk Friedenskooperative: 50 Jahre Ostermärsche
- FriedensJournal: Die Friedensbewegung ist mehr als sie scheint
- Uni Kassel, AG Friedensforschung: Ostermarsch 2008 - Aufrufe und Reden
[ds]
vor 40 Jahren in Vietnam: US-Massaker in My Lai
Am 16. März 1968 schlachteten US-Soldaten (der 11. Infanterie-Brigade von Task Force Barker) 503 Zivilisten, fast alle Bewohner vom -Baby bis zum Greis- des vietnamesischen Dorfes My Lai ab, etliche Frauen wurden zuvor vergewaltigt:
182 Frauen, 172 Kinder, 89 Männer unter 60 Jahren und 60 ‘Greise’ fielen dem Massaker zum Opfer.
“Sogar sämtliche Tiere wurden getötet. Kaum ein Soldat verweigerte den Befehl zum Mord. Lediglich der amerikanische Hubschrauberpilot Hugh Thompson zwang die Soldaten durch die Drohung, seine Bordschützen … mit dem MG auf sie feuern zu lassen, elf Frauen und Kinder zu verschonen, die er in Sicherheit brachte.” (wikipedia: Massaker von My Lai)
Seymour Hersh ist es zu verdanken, daß das Massaker von My Lai (bei weitem nicht das einzige der US-Armee in Vietnam) über ein Jahr später überhaupt und als erstes der Weltöffentlichkeit bekannt wurde (s.a. sein Bericht im US-Magazin “Life” vom 5.12.1969 und blaetter.de 03/2008: “Warum Historiker in der Schuld von Seymour M. Hersh stehen“). Schon zu dieser Zeit gab es übrigens die “embedded journalists” (im letzten Irak-Krieg von Bush jr. und Co. gelangten jene “embedded journalists” zuletzt zu zweifelhafter Bekanntheit), die in den Reihen der US-Armee und unter ihrem Schutz ‘von der US-Front’ in Vietnam berichteten, doch gerade deswegen z.B. nicht über die US-Massaker. Angesichts der aktuellen machtpolitischen Medienverhältnisse verwundert es kaum, daß über diesen traurigen 40. Jahrestag des US-Massakers in My Lai kaum bis gar nicht in den sog. Mainstream-Medien berichtet wird.
- Deutschlandradio Kultur, Kalenderblatt 16.03.2008: Massaker in My Lai
- Vietnam-Freunde.net: Das Massaker von My Lai
- Freundschaftsgesellschaft Vietnam: www.fg-vietnam.de
[ds]
Fotoreport: Musikmesse Frankfurt 2008

Fotos der Musikmesse Frankfurt 2008, “Musikmesse-Fotos 01” und “Musikmesse-Fotos 02“, im Fotoreport.
(mehr…)
